Edelstahl Pressbogen Reisser EasyPipe 90° mit Dichtungsringen, nahtloser Rohrbogen für Installationen

Easypipe E Edelstahlpresssystem von REISSER: Sichere Pressverbindung von 15 bis 108 mm

 |  Kategorie "Haustechnik"

Wer im SHK-Bereich Edelstahlrohrleitungen plant, montiert oder verantwortet, kennt die zentrale Anforderung: Dichtheit ist nicht verhandelbar. Eine Pressverbindung muss nach der Inbetriebnahme über Jahrzehnte ihre Funktion erfüllen – und während der Installation darf kein Fehler unbemerkt bleiben. Das Easypipe E Edelstahlpresssystem von REISSER ist auf genau diese Anforderungen ausgelegt: ein durchgängig auf M-Kontur basierendes System aus Edelstahl 1.4401 und 1.4521, mit integrierter „unverpresst undicht“-Funktion und einem Sortiment, das von DN 12 bis DN 100 reicht, also Außendurchmesser von 15 bis 108 mm abdeckt.

Werkstoffe: zwei Edelstahlvarianten für unterschiedliche Anforderungen

Easypipe E wird in zwei aufeinander abgestimmten Edelstahlqualitäten angeboten. Welche Variante zum Einsatz kommt, hängt von der Anwendung und den projektspezifischen Anforderungen ab.

Standardwerkstoff 1.4401 (AISI 316)

Die Standardausführung des Easypipe E Rohres besteht aus dem austenitischen Edelstahl mit der Werkstoffnummer 1.4401 (Bezeichnung X5CrNiMo 17 12 2 nach DIN-EN 10088). Dieser molybdänlegierte Chrom-Nickel-Stahl ist für seine Korrosionsbeständigkeit auch in chloridhaltigen Umgebungen bekannt – ein Grund, warum er sich in Trinkwasserinstallationen, in der industriellen Haustechnik und in Anwendungen mit anspruchsvollen Medien etabliert hat. Die Rohre sind lasergeschweißt (alternativ TIG-geschweißt verfügbar), die Schweißnaht ist außen entfernt, die Oberfläche metallisch blank.

Nickelfreie Variante 1.4521 (AISI 444)

Für Anwendungen, bei denen Nickelallergien, spezielle Trinkwasserzulassungen oder regulatorische Vorgaben eine Rolle spielen, bietet REISSER das Easypipe E Rohr in der Werkstoffqualität 1.4521 (X2CrNiMo Ti 18 2) an. Diese ferritische, titanstabilisierte Variante ist nahezu nickelfrei und für Dimensionen von 15 bis 54 mm verfügbar. Sie ist nach DVGW-Arbeitsblatt GW 541, Kiwa, WRAS, ETA, ÖVGW, QB und SVGW für die Trinkwasserinstallation geprüft und zugelassen.

Qualitätssicherung und Brandverhalten

Alle Easypipe E Fittings werden mit Laserschweißtechnologie gefertigt und zu 100 % auf Dichtheit geprüft. Die Rohre sind frei von Anlauffarben und werden mit grünen Schutzkappen geliefert, die Innenverschmutzungen während Transport und Lagerung verhindern. Hinsichtlich des Brandverhaltens sind Easypipe E Rohre als nicht brennbar der Klasse A1 nach EN 13501-1 eingestuft – ein wichtiges Kriterium für Bauprojekte mit definierten Brandschutzanforderungen.

Werkstoff Norm-Bezeichnung Verfügbare Dimensionen Wärmeausdehnung bei ΔT=1K
1.4401 (AISI 316) X5CrNiMo 17 12 2 nach DIN-EN 10088 15 × 1,0 bis 108 × 2,0 mm 0,0160 mm/m
1.4521 (AISI 444), nickelfrei X2CrNiMo Ti 18 2 nach DIN-EN 10088 15 × 1,0 bis 54 × 1,5 mm 0,0104 mm/m

Das M-Kontur-Profil: durchgängig über alle Dimensionen

Das Easypipe E System setzt durchgängig auf die M-Kontur – das M-förmige Querschnittsprofil, das beim Verpressvorgang durch die entsprechende Pressbacke am Fitting erzeugt wird. Anders als bei einigen konkurrierenden Systemen, die für unterschiedliche Dimensionen verschiedene Konturen einsetzen, bleibt das M-Profil bei Easypipe E über den gesamten Dimensionsbereich von 15 bis 108 mm einheitlich. Das vereinfacht die Werkzeugausstattung im Betrieb und reduziert das Risiko von Verwechslungen auf der Baustelle.

Die M-Kontur ist mit den Pressmaschinen zahlreicher führender Werkzeughersteller kompatibel, darunter Novopress, Klauke, Rems, Roller, Rothenberger, Virax, Hilti, Ridgid und Viega (eine vollständige Werkzeugauswahlhilfe ist im Easypipe E Katalog enthalten). Wichtig dabei: Es müssen Pressbacken bzw. Schlingen mit M-Profil verwendet werden, die dem montierenden Durchmesser entsprechen – bei den Dimensionen 35 bis 108 mm sind zusätzlich passende Adapter erforderlich.

„Unverpresst undicht“: zwei Mechanismen, ein Ziel

Die wohl wichtigste Sicherheitsfunktion des Easypipe E Systems ist die „unverpresst undicht“-Eigenschaft. Sie löst ein in der Praxis häufig unterschätztes Problem: Eine versehentlich vergessene Pressverbindung ist nach der Inbetriebnahme von außen nicht erkennbar – jedenfalls nicht, bevor sie zu einem Wasserschaden führt. Easypipe E entdeckt eine unverpresste Verbindung bereits bei der Druckprüfung, und zwar über zwei unterschiedliche konstruktive Mechanismen.

Dimensionen 15 bis 54 mm: O-Ring mit definierten Austrittspfaden

Bei den Dimensionen von 15 bis 54 mm sind die EPDM O-Ringe so konstruiert, dass an drei strategisch platzierten Punkten zusätzliches Material mit eingearbeiteten Nuten aufgebracht ist. Diese Nuten dienen als definierte Austrittspfade: Solange die Verbindung nicht verpresst ist, kann das Medium an diesen Stellen austreten – die Verbindung tropft bei der Druckprüfung sichtbar. Die Konstruktion über zusätzliches Material statt über Schwächungen im O-Ring sorgt dafür, dass die Dichtfunktion nach dem Verpressen nicht beeinträchtigt wird: Der O-Ring verformt sich gleichmäßig, das Material verteilt sich, die Austrittspfade schließen sich und die Verbindung wird luft- und wasserdicht.

Dimensionen 76,1 bis 108 mm: Toleranzbasierte Funktionsweise

Bei den größeren Dimensionen von 76,1 bis 108 mm basiert die „unverpresst undicht“-Funktion nicht auf der O-Ring-Geometrie selbst, sondern auf der definierten Toleranz zwischen O-Ring-Außendurchmesser und Fitting-Innendurchmesser. Im unverpressten Zustand sitzt der O-Ring nicht eng genug am Fitting, sodass eine Leckage entsteht. Erst durch den Verpressvorgang wird die Toleranz aufgehoben und die Verbindung wird dicht. Funktional ist das Ergebnis identisch: Vergessene Pressverbindungen werden in der Druckprüfung erkannt, bevor die Anlage in Betrieb geht.

O-Ringe: EPDM als Standard, FPM für Spezialanwendungen

Easypipe E Fittings sind serienmäßig mit EPDM O-Ringen (schwarz) ausgestattet. Für Anwendungen außerhalb des EPDM-Einsatzbereichs steht der FPM O-Ring (grün) als Alternative zur Verfügung. Die farbliche Unterscheidung erleichtert die eindeutige Identifikation auf der Baustelle.

O-Ring-Typ Farbe Betriebstemperatur Max. kurzzeitig Typische Anwendung
EPDM Schwarz −35 bis +135 °C 150 °C Trinkwasser, Heizung, Kühlwasser, Druckluft (Klasse 1–5)
FPM Grün −20 bis +200 °C 230 °C Ölhaltige Medien, hohe Temperaturen, Druckluft Klasse 6
FPM (Sondervariante) Grau −20 bis +144 °C 230 °C Solar, Dampf (max. 4 bar)

Bei der Auswahl gilt: Sobald Druckluft Mineralöle, Pflanzenöle oder synthetische Öle enthält, ist zwingend FPM (grün) erforderlich. Gleiches gilt bei Hochtemperaturanwendungen über 135 °C Dauerbetriebstemperatur.

Anwendungsbereiche: ein System, viele Einsatzfelder

Easypipe E ist nicht auf eine Anwendung beschränkt. Das System ist für eine breite Palette an Installationsbereichen geprüft und zugelassen – ein praktischer Vorteil für Fachbetriebe, die mit einem einheitlichen System mehrere Gewerke abdecken möchten.

Anwendungsbereich Norm / Zulassung O-Ring Max. Betriebsdruck Besonderheit
Trinkwasser EN 10312, DVGW W534 / GW541, SVGW W/TPW 132, TrinkwV, EU-Richtlinie 98/83/EG, DIN 1988, DIN 50930-6 EPDM 16 bar Chlorid-Ionen max. 250 mg/l
Heizung EN 1057 EPDM 16 bar
Kühlwasser EN 10312, offene und geschlossene Systeme EPDM 16 bar Chlorid-Ionen max. 250 mg/l
Dampf EN 10312 FPM (grau) 4 bar bis 144 °C
Druckluft EN 10312, Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU EPDM oder FPM (je ISO-Klasse) 16 bar (15–54 mm), 10 bar (76,1–108 mm) Druckprüfung erforderlich
Sprinkler / Löschwasser VdS, FM, UL, ULc, LPCB; DIN 1988-600, SVGW W3 EPDM 16 bar (anwendungsabhängig) nur mit zertifiziertem Rohr
Solar EN 10312 FPM (grau) 16 bar offene und geschlossene Systeme
Industrieanlagen EN 10312 EPDM oder FPM bis 25 bar (anwendungsabhängig) auch Vakuum bis −0,85 bar
Schiffbau EN 10312, Bureau Veritas, DNV-GL, Lloyd’s Register, RINA EPDM oder FPM 16 bar (15–54), 10 bar (76,1–108) nur mit kompatiblen Pressmaschinen
Gas / Flüssiggas DVGW G260, DVGW G600 (TRGI), TRF 2021 nur Rohr 1.4401

Druckluft: ISO-Klassifizierung entscheidet über die O-Ring-Wahl

Bei Druckluftanwendungen richtet sich die O-Ring-Wahl nach der ISO-Klassifizierung der eingesetzten Druckluft. Maßgeblich sind Wasser- und Ölgehalt:

ISO-Klasse Wassergehalt (mg/m³) Ölgehalt (mg/m³) O-Ring
1 3 0,01 EPDM (schwarz)
2 120 0,1 EPDM (schwarz)
3 880 1 EPDM (schwarz)
4 6.000 5 EPDM (schwarz)
5 7.800 25 EPDM (schwarz)
6 9.400 > 25 FPM (grün)

Wird der Wassergehalt von 880 mg/m³ überschritten, sind grundsätzlich Kupfer- oder Edelstahllegierungen einzusetzen. Druckluftrohrsysteme müssen vor der Inbetriebnahme einer Druckprüfung unterzogen werden.

Zulassungen: international breit zertifiziert

Easypipe E ist von nationalen und internationalen Zertifizierungsstellen geprüft und zugelassen. Die DVGW-, SVGW- und ÖVGW-Zulassungen decken den deutschsprachigen Markt ab; für internationale Projekte stehen zahlreiche weitere Zulassungen zur Verfügung.

Zulassungsbehörde Bereich Abgedeckte Dimensionen
DVGW (Deutschland) Wasser / Gas 12–108 mm (Wasser), 15–108 mm (Gas)
SVGW (Schweiz) Wasser / Gas 12–108 mm (Wasser), 15–108 mm (Gas)
ÖVGW (Österreich) Wasser / Gas 12–108 mm (Wasser), 15–108 mm (Gas), nur mit ÖVGW-zertifiziertem Rohr
ETA Europäische Technische Zulassung 15–108 mm
Kiwa (Niederlande) Trinkwasser 15–108 mm
WRAS (Großbritannien) Trinkwasser 15–108 mm
SITAC / RISE (Schweden) Allgemein 15–108 mm
PZH (Polen) Trinkwasser 15–108 mm
VdS, FM, UL/ULc, LPCB, CNBOP, SBSC Brandschutz / Sprinkler je nach Behörde 22–108 mm
Bureau Veritas, DNV-GL, Lloyd’s Register, RINA Schiffbau 15–108 mm
TA-Luft (Deutschland) Industrieanlagen 15–108 mm
SINTEF (Norwegen) Allgemein 12–108 mm
SPF (Schweiz) Solar 12–54 mm

Das Fittingprogramm: vom Bogen bis zur Wandscheibe

Das Easypipe E Sortiment deckt das vollständige Spektrum gängiger Installationsaufgaben ab. Die wichtigsten Fittinggruppen im Überblick:

  • Bögen 45° und 90°, jeweils als Press-Press-Verbindung (I/I) und Press-Außengewinde (I/A), in Abmessungen 15 bis 108 mm
  • T-Stücke gleichschenklig (I/I/I) und reduziert, mit zahlreichen Reduktionskombinationen von 18×15×18 bis 108×88,9×108
  • T-Stücke mit Innengewinde in Kombinationen mit DN 15 bis DN 50
  • Muffen und Schiebemuffen für gerade Verbindungen, auch in schwer zugänglichen Einbausituationen
  • Reduziernippel A/I für stufenlose Querschnittsanpassung von 18×15 bis 108×88,9 mm
  • Übergangsstücke mit Außen- bzw. Innengewinde für Anschlüsse an Armaturen und andere Systemkomponenten, mit Gewinden von DN 15 bis DN 80
  • Verschraubungen mit Innen- bzw. Außengewinde, flachdichtend, als halbe Verschraubung und als Durchgangsverschraubung
  • Übergangsflansche I/A in PN 10/16 für die Anbindung an Flanschsysteme, 15 bis 108 mm
  • Winkel mit Innen- und Außengewinde 90° sowie Wandscheiben in kurzer Ausführung und als Doppelwandscheibe
  • Passbögen in 30° und 90° (A/A) sowie Übersprungbögen für flexible Leitungsführung
  • Kupfer-Einsteckmuffen und -Nippel für definierte Übergänge zu Kupferinstallationen
  • Kappen zum Verschluss offener Leitungsenden bei Druckproben
  • Ersatz-O-Ringe in EPDM und FPM für alle Dimensionen

Die vollständige Übersicht mit Artikelnummern und Verpackungseinheiten ist im Easypipe E Katalog dokumentiert. Über die gesamte Bandbreite der REISSER Haustechnik hinweg lässt sich Easypipe E in bestehende Sortimentslogik einfügen.

Installation: in sieben Schritten zur sicheren Pressverbindung

Die ordnungsgemäße Ausführung der Pressverbindung ist die Voraussetzung für eine dauerhaft dichte Installation. REISSER definiert dafür einen klaren siebenstufigen Ablauf, der konsequent eingehalten werden sollte.

1. Ablängen: Das Rohr wird mit einem Rohrschneider, einer feingezahnten Handsäge oder einer geeigneten mechanischen Säge mit Elektromotor auf Länge geschnitten. Das Rohr muss vollständig durchgeschnitten werden – Anritzen und Abbrechen erzeugt unkontrollierte Schnittkanten und fördert Korrosion. Nicht zulässig sind ölgekühlte Sägen, Schleifscheiben und Schneidbrenner.

2. Entgraten: Innen- und Außenseite des Rohrendes werden gründlich entgratet. Innengrate können beim Einsetzen den O-Ring beschädigen, am Rohrinneren verbliebene Späne fördern Lochfraß.

3. Kalibrieren: Das Rohrende muss rechtwinklig und radial gleichmäßig rund sein. Verformungen werden vor dem Verpressen kalibriert.

4. Einstecktiefe markieren: Die erforderliche Einstecktiefe (Tabelle unten) wird auf dem Rohr markiert. Die Markierung muss nach dem Verpressen sichtbar bleiben, damit jede nachträgliche Bewegung des Rohres erkennbar ist.

5. Kontrolle: Vor der Montage wird der Fitting auf korrekt sitzende, unbeschädigte O-Ringe geprüft. Rohr, Fitting und O-Ring werden auf Fremdkörper kontrolliert.

6. Montage: Das Rohr wird unter leichtem Drehen in axialer Richtung bis zur Markierung in den Fitting eingeführt. Als Gleitmittel sind ausschließlich Wasser oder Seife zulässig – keinesfalls Öle, Fette oder Schmiere.

7. Verpressen: Mit der zur Dimension passenden Pressbacke bzw. Pressschlinge und einem geeigneten Presswerkzeug wird die Verbindung in einem Zug verpresst. Der Pressvorgang darf nicht unterbrochen werden. Eine Verbindung darf nur einmal verpresst werden.

Einstecktiefen und Mindestabstände

Dimension Ø (mm) Einstecktiefe eₛ (mm) Mindestabstand dₘᵢₙ (mm) Mindestrohrlänge lₘᵢₙ (mm)
15 20 10 50
18 20 10 50
22 21 10 52
28 23 10 56
35 26 10 62
42 30 20 80
54 35 20 90
76,1 55 55 165
88,9 63 65 191
108 77 80 234

Zugelassene Presswerkzeuge

Easypipe E lässt sich mit Pressmaschinen zahlreicher führender Werkzeughersteller verarbeiten. Welche Backen und Schlingen jeweils zulässig sind, dokumentiert die Werkzeugauswahlhilfe im REISSER-Katalog. Ein Überblick der zugelassenen Hersteller:

  • Novopress: Presskid, AFP-Serie, ACO-Serie (u. a. ACO201, ACO202/202XL, ACO203/203XL, ACO3 Pressmax, ACO401/403), ECO-Serie (ECO1 Pressboy, ECO201/202, ECO301, ECO3 Pressmax), EFP2, EFP201/202, Hydraulik-Press-System HCP/HA5. Backen: PB1, PB2 ECOTEC, PB3 ECO3/301; Pressketten HP35 bis HP108 mit Adaptern (ZB201/203/221/222/302/303/321–324)
  • Klauke: MAP1 Mini, MAP2L Mini, UAP2, UAP3L, UNP2, UP75, UAP4, UAP4L, UAP100, UAP100L – jeweils mit Klauke Mini-Pressbacken bzw. Pressbacke KSP3
  • Rems: Mini Press ACC, Akku-Press (ACC), Power-Press (SE / ACC) mit Mini-Pressbacken und 4G-Pressbacken; Pressketten PR3-S
  • Roller: Multi-Press (ACC), Multi-Press Mini ACC, Uni-Press (ACC) mit entsprechenden Mini- bzw. 4G-Pressbacken
  • Rothenberger: Romax Compact, Romax-Pressliner (ECO), Romax 3000, Romax AC Eco – wichtig: nur neue Pressbackentypen (mit rotem Punkt bzw. Kreismarkierung)
  • Virax: Viper P20, Viper P21
  • Hilti: NPR 019 IE-A22, NPR 032 IE-A22, NPR 032 PE-A22 mit den passenden Hilti-NPR-PM/PR/PS-Backen oder kompatiblen Novopress-Adaptern
  • Ridgid: RP 300-B / 330-B / 340-B / 10-B (Akku) sowie RP 300 / 10-S / 330-C / 340-C (Netz) – Hinweis: Ridgid-eigene Pressbacken sind nicht zugelassen, die Maschinen dürfen nur mit zugelassenen Fremdbacken (z. B. Novopress) betrieben werden
  • Viega: PT3-AH, Pressgun 4B, PT2-EH, PT3-EH, Pressgun 4E, Pressgun 5 – Hinweis: Viega-eigene Pressbacken sind nicht zugelassen, hier gelten dieselben Vorgaben wie bei Ridgid

Pressbacken und Schlingen müssen regelmäßig gewartet und geschmiert werden. Beim Wechsel zwischen verschiedenen Rohrwerkstoffen sind die Backen sorgfältig zu reinigen, um Metallpartikelübertrag und daraus resultierende Lochkorrosion zu verhindern. Die Schmierintervalle staffeln sich nach Dimension: bei 42 bis 76,1 mm alle 50 Verbindungen, bei 88,9 mm alle 10 Verbindungen, bei 108 mm alle 5 Verbindungen. Der O-Ring darf dabei nicht mit Schmiermittel in Berührung kommen.

Mischinstallationen und Gewindefittings

Easypipe E lässt sich problemlos mit Armaturen und Fittings aus Edelstahl oder Buntmetallen kombinieren. Bei Verbindungen mit schmelztauchverzinktem Stahlrohr, C-Stahl oder unedleren Komponenten besteht jedoch Kontaktkorrosionsgefahr. In diesen Fällen ist ein Distanzstück aus Kunststoff oder Buntmetall einzufügen, alternativ ein Rotguss-Übergang mit mindestens 50 mm Länge gemäß DIN 1988 Teil 7. Bei Gasinstallationen sollten Mischinstallationen generell vermieden werden.

Für die Gewinde der Easypipe E Fittings (gefertigt nach DIN 2999 / ISO 7/1) ist die richtige Wahl des Dichtmittels entscheidend: PTFE-Dichtband ist nicht zulässig, da es wasserlösliche Chlorid-Ionen enthält, die in Verbindung mit Edelstahl Lochkorrosion auslösen können. Stattdessen sind chloridfreie Dichtmittel zu verwenden. REISSER empfiehlt zudem, die Abdichtung des Gewindes vor dem Verpressvorgang vorzunehmen, um die Pressverbindung nicht mechanisch zu belasten.

Isolierung, Begleitheizung und Potentialausgleich

Isolierung: Kaltwasserleitungen sind nach DIN 1988 Teil 200 gegen Kondensation und Erwärmung zu schützen, Warmwasserleitungen nach dem Gebäudeenergiegesetz (vormals EnEG) gegen Wärmeverluste zu isolieren. Das eingesetzte Isoliermaterial darf nach DIN 1988 Teil 7 einen Massenanteil von 0,05 % an wasserlöslichem Chlorid nicht überschreiten. Materialien in AS-Qualität (gemäß AGI Q135) enthalten typischerweise deutlich weniger Chlorid als die zulässige Höchstgrenze.

Elektrische Begleitheizung: Eine direkt am Rohr angebrachte elektrische Begleitheizung ist zulässig, sofern die Mediumtemperatur dauerhaft nicht über 60 °C liegt. Die Vorgaben des Herstellers der Begleitheizung sind dabei einzuhalten.

Potentialausgleich: Easypipe E ist ein elektrisch leitfähiges Metallrohrsystem und muss in den Potentialausgleich der Gebäudeinstallation einbezogen werden. Nach Abschluss der Installationsarbeiten ist eine Durchgangsprüfung durch eine Elektrofachkraft erforderlich.

Technische Eckdaten auf einen Blick

Merkmal Spezifikation
Werkstoff Rohr (Standard) Edelstahl 1.4401 (AISI 316)
Werkstoff Rohr (nickelfrei) Edelstahl 1.4521 (AISI 444), 15 – 54 mm
Dimensionsbereich 15 bis 108 mm Außendurchmesser
Pressprofil M-Kontur, durchgängig
Maximaler Betriebsdruck 16 bar Standard, 25 bar auf Anfrage; bei Druckluft 10 bar für 76,1 – 108 mm
O-Ring Standard EPDM (schwarz), −35 bis +135 °C, kurzzeitig 150 °C
O-Ring Option FPM (grün), −20 bis +200 °C, kurzzeitig 230 °C
Brandverhalten Klasse A1 nicht brennbar nach EN 13501-1
Lieferform Rohre 6-m-Stangen, +0/−50 mm, mit Schutzkappen
Qualitätsprüfung 100 % Dichtheitsprüfung aller Fittings
Sicherheitsfunktion „Unverpresst undicht“ über O-Ring-Geometrie (15 – 54 mm) bzw. Toleranzmechanismus (76,1 – 108 mm)
Zulassungen DVGW, SVGW, ÖVGW, ETA, Kiwa, WRAS, SITAC, VdS, FM, LPCB, DNV-GL u. a.

Passende Lösungen für Ihre Haustechnik-Installation

  • Easypipe E Edelstahlrohr 1.4401 (AISI 316), 6 m Stangenlänge – das Standardrohr für Trinkwasser, Heizung, Kühlung, Gas, Druckluft und Sprinkler. Verfügbar von 15 × 1,0 mm bis 108 × 2,0 mm. Lasergeschweißt, DVGW-zugelassen, maximaler Betriebsdruck 16 bar.
  • Easypipe E Edelstahlrohr 1.4521 (AISI 444) nickelfrei, 6 m Stangenlänge – die nickelfreie Alternative für Trinkwasserinstallationen mit besonderen Anforderungen. Verfügbar von 15 bis 54 mm. Geprüft nach DVGW GW 541, Kiwa, WRAS, ETA, ÖVGW, QB und SVGW.
  • Easypipe E Fittings – das vollständige Sortiment aus Bögen, T-Stücken, Muffen, Reduziernippeln, Übergangsstücken, Verschraubungen, Flanschen, Wandscheiben und Kappen. Alle Fittings mit M-Kontur, „unverpresst undicht“-Funktion und 100 % Dichtheitsprüfung.
  • Easypipe E O-Ringe – als Ersatzteile und Spezialvarianten verfügbar, in EPDM (schwarz) für Standardanwendungen und FPM (grün) für ölhaltige Medien sowie Hochtemperaturanwendungen.

Den vollständigen Easypipe E Produktkatalog mit allen Artikelnummern, Verpackungseinheiten und Detailspezifikationen können Sie direkt bei REISSER anfordern.

Als REISSER Fachpartner profitieren

Easypipe E ist Teil eines umfassenden Sortiments der REISSER Haustechnik. Wer regelmäßig mit hochwertigen Rohrleitungssystemen und Komponenten der modernen Gebäudetechnik arbeitet, profitiert von einer strukturierten Partnerschaft mit dem Großhandel. Über das Fachpartner-Programm erhalten qualifizierte SHK-Betriebe Zugang zu konditionellen Vorteilen, technischer Beratung, Schulungen und einer Sortimentstiefe, die im freien Markt nicht ohne Weiteres verfügbar ist. Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie unter Jetzt REISSER Partner werden.

Häufige Fragen

Was bedeutet die „unverpresst undicht“-Funktion bei Easypipe E?

Die „unverpresst undicht“-Funktion ist ein Sicherheitsmerkmal, das vergessene oder unvollständig ausgeführte Pressverbindungen bereits bei der Druckprüfung sichtbar macht. Bei Dimensionen von 15 bis 54 mm sorgen drei aus zusätzlichem Material gefertigte Nuten am O-Ring für definierte Austrittspfade, an denen das Medium im unverpressten Zustand austritt. Bei den Dimensionen 76,1 bis 108 mm basiert die Funktion auf der definierten Toleranz zwischen O-Ring-Durchmesser und Fitting-Innendurchmesser. In beiden Fällen wird die Verbindung erst durch den Verpressvorgang luft- und wasserdicht.

Was ist die M-Kontur und warum ist sie für Easypipe E relevant?

Die M-Kontur bezeichnet die M-förmige Querschnittsgeometrie der Presssicke, die beim Verpressvorgang am Fitting entsteht. Easypipe E verwendet die M-Kontur durchgängig für alle Dimensionen von 15 bis 108 mm. Das vereinfacht die Werkzeugauswahl im Betrieb: Es werden M-Profil-Pressbacken bzw. -schlingen in der jeweils passenden Dimension benötigt, ab 35 mm zusätzlich passende Adapter. Die M-Kontur ist mit Pressmaschinen zahlreicher Hersteller kompatibel, darunter Novopress, Klauke, Rems, Roller, Rothenberger, Virax, Hilti, Ridgid und Viega.

Welcher Unterschied besteht zwischen EPDM und FPM O-Ringen?

EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer) ist der Standard-O-Ring für Trinkwasser-, Heizungs-, Kühlwasser- und trockene Druckluftinstallationen (ISO-Klassen 1 bis 5). Der Betriebsbereich liegt bei −35 bis +135 °C, kurzzeitig bis 150 °C. FPM (Fluorkautschuk) ist chemisch beständiger gegenüber Ölen und höheren Temperaturen und wird bei ölhaltigen Medien, Druckluft der ISO-Klasse 6 sowie in Hochtemperaturanwendungen eingesetzt. Der EPDM-O-Ring ist schwarz, der FPM-O-Ring grün – diese Farbkodierung erleichtert die eindeutige Unterscheidung auf der Baustelle.

Für welche Druck- und Temperaturbereiche ist Easypipe E zugelassen?

Der maximale Betriebsdruck liegt bei 16 bar; in Industrieanwendungen sind auf Anfrage bis zu 25 bar möglich. Bei Druckluft sowie in Schiffbau-Anwendungen reduziert sich der zulässige Druck bei den Dimensionen 76,1 bis 108 mm auf 10 bar. Der Temperaturbereich richtet sich nach dem eingesetzten O-Ring: EPDM deckt −35 bis +135 °C ab (kurzzeitig 150 °C), FPM −20 bis +200 °C (kurzzeitig 230 °C). Eine FPM-Sondervariante in Grau ist für Solaranlagen und Dampfanwendungen bis 144 °C verfügbar.

Welche Werkstoffvarianten bietet Easypipe E?

Easypipe E ist in zwei Rohrwerkstoffen verfügbar: 1.4401 (AISI 316), ein austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl, als Standardausführung für alle Anwendungen und in den Dimensionen 15 bis 108 mm. Daneben gibt es das Rohr in 1.4521 (AISI 444), eine nahezu nickelfreie, titanstabilisierte ferritische Variante für Anwendungen mit besonderen Anforderungen, verfügbar in 15 bis 54 mm. Beide Rohrtypen sind nach den einschlägigen Trinkwassernormen geprüft und zugelassen.

Welche Pressmittel und Werkzeuge sind für Easypipe E erforderlich?

Easypipe E wird mit M-Profil-Pressbacken bzw. -schlingen verarbeitet, die mit Pressmaschinen führender Hersteller (u. a. Novopress, Klauke, Rems, Roller, Rothenberger, Virax, Hilti, Ridgid, Viega) kompatibel sind. Die Werkzeugauswahlhilfe im Easypipe E Katalog gibt eine konkrete Übersicht, welche Backen und Schlingen für welche Dimension freigegeben sind. Bei Dimensionen von 35 bis 108 mm sind zusätzlich passende Adapter erforderlich. Backen und Schlingen müssen regelmäßig gewartet und beim Wechsel des Rohrwerkstoffs gereinigt werden.

Welche Zulassungen besitzt Easypipe E? Easypipe E ist von zahlreichen nationalen und internationalen Stellen zugelassen. Für den deutschsprachigen Raum sind besonders die Zulassungen von DVGW, SVGW und ÖVGW relevant, die für Trinkwasser und Gas bis zu Dimensionen von 108 mm reichen. Für Sprinkler- und Brandschutzanwendungen liegen Zulassungen von VdS, FM, UL/ULc, LPCB und weiteren Behörden vor. Im Schiffbau sind Bureau Veritas, DNV-GL, Lloyd’s Register und RINA zertifiziert. Hinzu kommen ETA, Kiwa, WRAS, SITAC/RISE, PZH und SINTEF.

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